, Imad Lifa

Geokunststoffe oder Geobaustoffe?

Als Mikroplastik werden feste, synthetische Kunststoffteilchen bezeichnet, die kleiner als fünf Millimeter sind. Es gibt zahlreiche Verursacher von Mikroplastik. Dazu gehören Fasern aus unserer Kleidung, der Abrieb von Autoreifen und unsachgemäss entsorgte Kunststoffe (Littering). Es macht Sinn, Mikroplastik wo immer möglich zu vermeiden.

Normativ richtig eingesetzte Geokunststoffe verursachen kein Mikroplastik. Dennoch ist
man in der Tiefbaubrache unsicher, ob auf Geokunststoffe, wie sie für die Funktionen
Trennen, Bewehren und Filtern eingesetzt werden, künftig verzichtet werden sollte. In
einigen Gremien bevorzugt man deshalb die Bezeichnung «Geobaustoffe». Beim
Schweizerischen Verband für Geokunststoffe setzt man eher auf Aufklärung als auf
Umbenennung.

Qualitätsfaktor
Geokunststoffe sind auf Langlebigkeit und Beständigkeit ausgelegt. Vor allenfalls
schädlichen Einflüssen wie UV-Strahlung sind die mit Erde überdeckten Geokunststoffe
geschützt. Die gemäss Norm VSS 70241 verlangten Beständigkeitsanforderungen sind
ein wichtiger Qualitätsfaktor bei Geokunststoffen. Schliesslich sollen sie ihre Funktion
über eine sehr lange Zeit erfüllen. Andere, nicht auf Kunststoffen basierende Materialien,
können diese Qualitätsanforderungen nicht gewährleisten. Das heisst, ein Verzicht auf
Geokunststoffe würde mit Sicherheits- und Qualitätseinbussen bei den Bauwerken
einhergehen.


Recycling und Entsorgung
Die Beständigkeit von Geokunststoffen ist auch ein Vorteil bei einem allfälligen Rückbau.
So können die Kunststoffe auch noch nach langer Zeit zurückgebaut und getrennt vom
übrigen Material rezykliert oder in Kehrichtverbrennungsanlagen entsorgt werden.


Soviel wie nötig – so wenig wie möglich
Eine Überdimensionierung bei Geokunststoffen macht keinen Sinn und kostet Geld.
Geokunststoffe, welche die erforderliche Leistung nicht erbringen, sind ein Risiko.
Klarheit bringt einzig das Register des SVG. Die Eigenschaften der gelisteten
Geokunststoffe werden laufend herstellerunabhängig durch ein neutrales Labor
überprüft. Die aktuelle Version des Registers zum kostenlosen Download finden Sie auf
www.geotex.ch